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Autor Thema: Behinderte Kinder  (Gelesen 21477 mal)

Offline Ruby

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Behinderte Kinder
« am: 11.07.2011, 20:43 »
Hallo,

vorhin hatte ich mit meiner Cousine ein interessantes Gespräch.

Sie begleitet manchmal behinderte Gruppen zu Ausflügen (Samba-Fest, Ski-Freizeit, ...). Sie meinte, dass es nach wie vor sehr unterschiedliches Umgehen von der Elternseite gibt. Die einen wollen damit nichts zu tun haben und geben ihr Kind zur Adoption frei, oder geben es ins Heim. Andere kümmern sich, aber wollen so wenig wie möglich wirklich damit zu tun haben. Auch bei den Pflegeeltern wäre manchmal ein Unterschied zu spüren und bei den einen bekommt man schon den Gedanken aufgedrückt, sie machen es nur des Geldes wegen.

Als mein Patenkind zur Welt kam, fragte mich ein Bekannter, ob ich so ein Kind mit nach Hause nehmen würde. Ich war geschockt, weil ich nie auf die Idee käme, dies nicht zu tun. Er meinte, er würde es im Krankenhaus lassen. Er würde es nicht mit heim nehmen. So gewöhnt sich das Kind gar nicht erst an ihn und ist es gewohnt im Heim zu sein. Irgendwann wäre er nicht mehr da und wenn er stirbt, muss das Kind ja auch im Heim betreut werden.

Die Diagnose ein behindertes Kind zu haben ist sicher nicht einfach. Wie würdet ihr damit umgehen?

Offline Muepfel

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Re: Behinderte Kinder
« Antwort #1 am: 11.07.2011, 21:40 »
Schwieriges Thema zu dem ich auch nicht viel Schreiben möchte.

Denke jeder hat eine andere "Belastungsgrenze".

Für mich bzw. uns käme es nie in Frage ein behindertes Kind abzutreiben (so lange die Überlebenschancen nicht gegen Null gehen).
Ein behindertes Baby ist denke ich auch noch gut zu "handeln". Schwieriger wird es wohl wenn das Kind dann älter wird.
Ist bei einem Kollegen von mir so. Sohn hat bei der Geburt Sauerstoffmangel gehabt und nun liegt er in einem Heim, wird künstlich ernährt, erkennt niemanden usw. Wird 2 - 3 mal die Woche von den Eltern und dem Bruder besucht, aber bekommt augenscheinlich nichts mit. Die ersten paar Jahre war er auch noch daheim, nur irgendwann war die ganze Pflege zu auswendig / schwer und der andere Sohn musste hinten anstehen.
So ein Kind benötigt dann einfach viel mehr Betreuung als z. B. ein mongoloides Kind das noch in den Kiga kann, mit dem man eigentlich alles machen kann wie bei einem gesunden Kind.

Zur Adoption freigeben käme NIE in Frage.
Vor Behinderungen und Krankheiten ist man nie gefeit und ich selber hätte auch keine Lust von meinem Mann / Familie hergegeben  zu werden wenn mir mal was passieren sollte.

Putte

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Re: Behinderte Kinder
« Antwort #2 am: 12.07.2011, 09:32 »
Wie die meisten von euch wissen haben wir einen verstorbenen behinderten sohn.

Ich hätte ihn nicht hergegeben oder irgendwo gelassen. Aber das muß jeder für sich selber entscheiden. Ich/ wir hätten alles dafür getan, wenn er hätte leben können.

Man darf aber nicht vergessen, das Menschen unterschiedlich leidensfähig sind... für den einen ist es eine Belastung und für den nächsten ist auch ein krankes Kind eine Bereicherung.

Außerdem gibt es ja viele verschiedene Formen der Behinderung.

Offline Ruby

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Re: Behinderte Kinder
« Antwort #3 am: 12.07.2011, 13:51 »
Behinderungen sind sehr vielfältig und mir ist sehr wohl bewusst, dass die Pflege eines schwerbehinderten Menschen daheim oft nur schwer zu bewältigen ist und es für alle besser ist, wenn das Kind in einem Heim zur Pflege untergebracht ist.

Dass es mit behinderten Kindern nicht leicht ist, weiß ich auch. Mein Patenkind ist behindert und es ist oft nicht einfach.

Dennoch hatte mich damals die Aussage geschockt, dass man sein Kind im KH lassen würde. Mit so einer Reaktion habe ich nicht gerechnet.

Ich kam gestern mit meiner Cousine auf das Thema, weil sie eben mit der Gruppe zum Samba-Fest war. Das sind Jugendliche / junge Erwachsene, die nicht schwerbehindert sind. Die auf Unheilig-Konzerte, Ski-Wochen oder zum Samba-Festival gehen. Am Sonntag war ich mit meiner Fam im Schwimmbad, wo ein Vater mit seinem schwerbehindertem Sohn war. Mir kam dann so in den Sinn, dass sich das Leben dieser Menschen enorm verbessert hat. Vor 70 Jahren wurden dieses Kinder abgeschoben und versteckt, vor etlichen hundert Jahren durften sie gar nicht leben. Heute sind sie ein Bestandteil der Gesellschaft. So kam ich auch mit meiner Cousine auf das Thema, die mir dann erzählte, dass sie eben auch einige kennt, die dann zur Adoption frei gegeben wurden. Auch der Satz des Bekannten war ja damals so, dass er das Kind gar nicht erst mitnehmen würde.

Auch PID (Präimplantationsdiagnostik) ist ein Thema, das man hier dazu nehmen kann. Findet ihr es ok? Oder nicht?

Ich kann die Not mancher Eltern verstehen und nachempfinden. Aber wo ist wirklich die Grenze? Und wo ist sie in Zukunft? Oder wählen wir dann so irgendwann das Wunschgeschlecht? Usw. ... Wo es Wege gibt, gibt es leider oft auch Schlupflöcher. Sind wir dann doch irgendwann beim sog. Designer-Baby?

Offline Linda

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Re: Behinderte Kinder
« Antwort #4 am: 12.07.2011, 14:12 »
Da habe ich vorgestern auch mit meinem Mann drüber gesprochen!!

Wir waren beim ASB (Arbeiter Samariter Bund) auf dem Sommerfest und eine Bank neben uns ließ sich eine Familie mit 2 Behinderten Kindern nieder!!

I-wie bin ich da ins grübeln gekommen, wegen meiner Gefühle als das Outing gekommen ist das wir jezt einen Minimann bekommen. Eigentlich kann es mir sowas von egal sein was es wird, hauptsache es ist gesund.

Ich wüsste nicht was ich tun würde wenn ich die Nachricht bekommen würde das es behindert ist, ich glaube aber das wir uns der Herausforderung stellen würden, weil es unser Fleisch und Blut ist!!